Wir erweitern unsere Jagdausbildung
– aktuell, praxisnah, verantwortungsvoll

Die Jagd verändert sich – und mit ihr die Anforderungen an eine gute Ausbildung. Der Landesjagd- und Naturschutzverband Hamburg ergänzt deshalb seine Jägerausbildung um aktuelle Themen wie Waldbau, Landwirtschaft, Social Media, Erste Hilfe im jagdlichen Umfeld und Fangjagd.

Eine gute Jägerausbildung muss mehr leisten als die Vorbereitung auf die Prüfung. Sie soll ein solides fachliches Fundament schaffen, praktische Sicherheit vermitteln und eine Haltung fördern, die der Verantwortung gegenüber Wild, Natur und Gesellschaft gerecht wird. Deshalb entwickeln wir unsere Ausbildung kontinuierlich weiter.

Neu hinzu kommt ein Termin zum Waldbau. Im Niendorfer Gehege erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam mit Förster Sven Wurster einen praxisnahen Einblick in waldbauliche Fragestellungen und deren Bedeutung für die Jagd. Der Lernort Wald bietet die Möglichkeit, Zusammenhänge unmittelbar vor Ort zu betrachten und unterschiedliche Perspektiven auf Wald und Wild miteinander zu verbinden.

Auch die Landwirtschaft erhält künftig mehr Raum. Jagd findet überwiegend in einer vom Menschen geprägten Kulturlandschaft und häufig auf landwirtschaftlich genutzten Flächen statt. Kenntnisse über Anbauformen, Erntezeiten, Wildschäden, Lebensräume und betriebliche Abläufe sind daher für Jägerinnen und Jäger unverzichtbar.

Gleichzeitig wollen wir das Verständnis für die Perspektive der Grundeigentümer und Bewirtschafter stärken. Eine funktionierende Jagd lebt von guter Zusammenarbeit, verlässlicher Kommunikation und gegenseitigem Respekt. Wer jagdliche Verantwortung übernimmt, muss auch die Interessen derjenigen kennen, auf deren Flächen Jagd ausgeübt wird.

Mit dem neuen Ausbildungsinhalt „Jagd und Social Media“ reagieren wir auf die wachsende Bedeutung digitaler Öffentlichkeit. Bilder, Videos und Beiträge aus dem jagdlichen Umfeld prägen das Bild der Jagd weit über die eigene Jägerschaft hinaus. Die Ausbildung soll deshalb vermitteln, welche rechtlichen, ethischen und kommunikativen Maßstäbe gelten.

Waidgerechtigkeit zeigt sich nicht nur im Revier, sondern auch darin, wie wir über Jagd sprechen, welche Bilder wir veröffentlichen und welches Verständnis von Jagd wir damit vermitteln. Gute jagdliche Kommunikation informiert, erklärt und zeigt die Freude an Natur, Wild und jagdlichem Handwerk, ohne Waffen oder den Abschuss in den Mittelpunkt zu stellen.

Ergänzt wird die Ausbildung durch einen speziell auf jagdliche Situationen ausgerichteten Erste-Hilfe-Kurs. Unfälle mit Waffen oder Werkzeugen, Stürze vom Hochsitz, Verletzungen bei der Wildbergung oder Notfälle in schwer zugänglichem Gelände stellen besondere Anforderungen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen, Gefahren richtig einzuschätzen, wirksam Hilfe zu leisten und Rettungskräfte sicher zum Unfallort zu führen.

Ein Fallenkurs erweitert zudem die praktischen Kenntnisse im Bereich der Fangjagd. Behandelt werden rechtliche Grundlagen, zugelassene Fanggeräte, Tierschutz, Sicherheit und die fachgerechte Anwendung. Gerade beim Management invasiver Arten und beim Schutz gefährdeter Bodenbrüter spielt die Fangjagd eine wichtige Rolle.

Diese Ergänzungen erweitern die große fachliche Breite unserer Ausbildung. Wildtierkunde, Ökologie, Naturschutz, Jagdrecht, Waffenhandhabung, Schießausbildung, Jagdbetrieb, Hundewesen, Wildbrethygiene, Jagdpraxis und jagdliches Brauchtum bleiben zentrale Bestandteile.

Unser Anspruch ist eine fundierte, anspruchsvolle und zeitgemäße Ausbildung. Wir wollen Jägerinnen und Jäger ausbilden, die ihr Handwerk beherrschen, Zusammenhänge verstehen und die Jagd verantwortungsvoll vertreten – im Revier, im Austausch mit Grundeigentümern und Behörden sowie in der Öffentlichkeit.

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